Berenike Panchrysos

Berenike Panchrysos ist eine alte Siedlung in der nordwestlichen Wüste vom Sudan, just unter dem 22. Parallel, wo sich die pharaonischen Goldminen von Wadi Allaqi befanden.

Die Ruinen der alten Stadt wurden im Jahr 1989 von einer italienischen Expedition entdeckt, die eine alte arabische Landkarte aus dem 9. Jahrhundert verwendete, welche die Lage der alten Goldminen zeigte. Es handelt sich um eine große Siedlung mit mehreren Gebäuden, die ein Areal von etwa 1,5 km Länge auf beiden Ufern des Wadi Allaqi einnahm. Die neueren Gebäude waren aus flachen Steinen gebaut, während die älteren aus grob geschnittenen Granitblöcken bestanden. In der Nähe der großen Flussbiegung (der wadi fließt zuerst nach Osten und biegt dann nach Norden) befanden sich zwei majestätische Festungen. Die Stadt könnte bis zu 10.000 Einwohner gehabt haben. Ihr Name wurde oft von den jeweiligen Einwohnern geändert, aktuell nennen sie die Nomaden aus dem Gebiet “Deraheib”, was “Gebäude” heißt. Historische Quellen, darunter Plinius der Alte, sagen, dass die alten Ägypter ihr Gold meistens aus der Region Wawat gewannen, einem nicht identifizierten Gebiet in den Bergen der sudanesischen Wüste zwischen Rotem Meer und Nil. Außerdem bedeutet das Wort “Nubien”, das schon immer die Region vom südlichen Ägypten und nördlichen Sudan bezeichnete, in der altägyptischen Sprache “Gold”. Die Historiker von Pharao Thutmosis III. von der 18. Dynastie des Neuen Reiches bestätigen, dass in der Zeit um 1400 v.Ch. jährlich bis zu 776 kg Metall aus den Goldminen von Wawat gewonnen wurden. Über Berenike Panchrysos, die goldene Stadt der Ptolemäer, kursierten lange Zeit viele Geschichten, so dass es fast zu einer mythischen Stadt wurde. Eine Legende erzählt von kleinen „Geistern“, die die Stadt bewachen und sie unsichtbar machen für alle, die sie sehen wollten.

Es ist ein einzigartiges Gefühl, in einer so schwer erreichbaren und gleichzeitig berühmten Stadt anzukommen, die nur wenige Europäer davor gesehen haben. Sehr interessant ist ein Gang zwischen den Ruinen; manche Gebäude sehen aus wie erst seit kurzem verlassen, andere seit vielen Jahrhunderten.