Karima, das antike Napata

Die fünfundzwanzigste ägyptische Dynastie, auch bekannt als die nubische Dynastie, das kuschitische Reich und die Schwarzen Pharaonen, war die letzte Dynastie der dritten ägyptischen Zwischenzeit, die nach der nubischen Invasion entstand. Die 25. Dynastie war eine Linie von Pharaonen, die aus dem Königreich von Kusch im heutigen Nordsudan und Oberägypten stammten. Sie herrschten von 747 bis 656 v. Chr. in Teilen oder im gesamten Alten Ägypten. Mit der Wiedervereinigung von Unterägypten, Oberägypten und Kusch schuf die 25. Dynastie das größte ägyptische Reich seit dem Neuen Reich. Sie assimilierten sich in die Gesellschaft, indem sie die altägyptischen religiösen Traditionen, Tempel und Kunstformen wieder aufgriffen und gleichzeitig einige einzigartige Aspekte der kuschitischen Kultur einführten. Während der 25. Dynastie wurden im Niltal zum ersten Mal seit dem Mittleren Reich Pyramiden in großem Umfang gebaut (viele davon im heutigen Sudan).

Napata war die Hauptstadt des kuschitischen Reiches und der große Amuntempel am Fuss des Jebel Barkal war das Zentrum des Gotteskultes. Ein echtes Wahrzeichen in der nubischen Wüste, der Jebel Barkal („Jebel” bedeutet Berg in Arabisch) ist schon von weitem zu erkennen. Am Fuß dieses wunderschönen einsamen Berges aus rotem Sandstein, der schon von alters her als heiliger Berg galt, befindet sich ein mächtiger, den Pharaonen des Neuen Reiches und ihrem Gott Amun gewidmeter Tempel. Der „Reine Berg“ des Gottes Amun, eine Art Olymp der Nubier, war über 1700 Jahre das religiöse Herz Nubiens. Unter den Ruinen des mächtigen Tempels sind noch zahlreiche Widderfiguren aus Granit zu finden, die vermutlich eine lange, zum Nilufer führende Allee säumten. In die Bergwand eingegraben ist ein großer mit Basreliefs dekorierter Raum.

Die Königliche Nekropole der alten Stadt Napata umfasst eine große Anzahl an Pyramiden, die an drei verschiedenen Orten gruppiert sind. Eine Gruppe befindet sich auf der westlichen Seite des Jebel Barkal; es sind Ruinen von Pyramiden unbekannter Könige. Eine andere Gruppe liegt etwa 12 km südlich des Heiligen Berges, in El Kurru; hier kann man eins von zwei unterirdischen Gräbern besichtigen, die unter teilweise eingestürzten Pyramiden liegen und mit Bildern von Pharaonen, Gottheiten und bunten Hieroglyphen-Inschriften ausgeschmückt sind. In der Nekropole von El Kurru sind viele Pharaonen begraben, darunter Piankhy mit seinen geliebten Pferden. Aber der bekannteste Schwarze Pharao ist wahrscheinlich Taharqa (690-664 v.Ch.), der die Grenze des Reiches bis Libyen und Palästina ausdehnte. Er war der Gründer der neueren Nekropole von Nuri, am östlichen Nilufer.

Die archäologischen Stätten von Napata gehören zum Weltkulturerbe der UNESCO.