Khartum

Khartum ist die Hauptstadt Sudans und des Bundesstaats Khartum. Es liegt am Zusammenfluss vom Weißen Nil, der vom Viktoriasee in Uganda gen Norden fließt, mit dem Blauen Nil, der aus Äthiopien nach Westen fließt. Der Punkt, an dem die zwei Ströme zusammenfließen, wird “al-Mogran” genannt, d.h. der Zusammenfluss. Der große Nil fließt dann weiter in Richtung Ägypten und Mittelmeer. Durch die Flüsse ist Khartum eine dreigeteilte Metropole von geschätzt mehr als fünf Millionen Einwohner. Das eigentliche Khartum, im Süden, ist durch Brücken mit Khartum Nord (Bahri) und mit Omdurman im Westen verbunden. Der Ursprung des Namen ist umstritten. Eine Tradition besagt, dass er aus dem arabischen Wort für „Elefantenrüssel“ kommt, bezogen wahrscheinlich auf den schmalen Landstreifen zwischen dem Weißen und dem Blauen Nil. J. A. Grant, der 1863 mit der Expedition von Captain Speke nach Khartum kam, dachte eher an das arabische “qurtum”, oder Färberdistel (Carthamus tinctorius), eine Pflanze, die in Ägypten zur Ölgewinnung intensiv angebaut wurde. Khartum wurde im Jahr 1821 etwa 24 km nördlich der alten Stadt Soba von Ibrahim Pasha gegründet, dem Sohn des Ägyptischen Gouverneurs Muhammad Ali Pasha, der Sudan gerade in sein Herrschaftsgebiet eingegliedert hatte. Ursprünglich sollte es nur als Stützpunkt für das Ägyptische Militär dienen, aber es entwickelte sich sehr rasch zu einem regionalen Handelszentrum, unter anderem auch für den Sklavenhandel. Es wurde das Verwaltungszentrum für Sudan und später auch die offizielle Hauptstadt. Am 13. März 1884 begannen die aufständischen Kämpfer des Mahdi Muhammad Ahmad die Belagerung von Khartum, dessen Verteidigung vom britischen General Charles George Gordon geleitet wurde. Die Belagerung endete mit dem Massaker der Anglo-Ägyptischen Garnison. Die stark beschädigte Stadt fiel am 26. Januar 1885 an die Mahdisten und alle Bewohner wurden hingerichtet. Omdurman war Theater einer blutigen Schlacht am 2. September 1898, als die britischen Kräfte unter Herbert Kitchener die Mahdisten besiegten und die Stadt wieder eroberten. Im Jahr 1899 wurde Khartum zur Hauptstadt des Anglo-Ägyptischen Sudan. Es gibt viele Erklärungsversuche bezüglich der Strassenführung im neuen, anglo-ägyptischen Khartum. Eine Theorie besagt, dass Kitchener die Strassen nach dem Muster der Union Jack bauen liess, als Symbol der englischen Herrschaft. Eine andere Version ist, dass das geometrische Raster mit diagonalen Strassen so konzipiert war, dass Maschinengewehre problemlos die Stadt fegen konnten. Wie dem auch sei, es gibt keine zeitgenössischen Quellen, die die eine oder die andere Version untermauern könnten. Heute ist Khartum eine quirlige Stadt, in der sich bunte Menschen, typische afrikanische Märkte und neue Wolkenkratzer mischen.