Nubia

Sudan ist der heutige Name für das alte Nubien und kommt aus dem Arabischen: Bilad as-Sudan bedeutet “Land der schwarzen Menschen”. Die Geschichte Nubiens war von Anfang an mit der Geschichte des großen Flusses verbunden, der durch das Land fließt: der Nil. Deswegen bestehen auch immer wieder enge Verflechtungen mit der Geschichte eines anderen Landes, dessen Zivilisation sich am Nilufer entwickelte: Ägypten, das Land der Pharaonen. Nord Sudan wird oft als “das andere Ägypten” gesehen, weil es am Kreuzweg zwischen beiden Afrikas liegt: Nordafrika, das zum Mittelmeer blickt und unter ägyptischem, später unter griechischem und römischem Einfluss stand, und Schwarzafrika, dem faszinierenden und teilweise noch geheimnisvollen Teil des Kontinents. Diese Mischung verleiht dem Land seine Faszination, sowohl aus historisch-archäologischer Perspektive als auch für diejenigen, die sich für Wüstenlandschaften und unverfälschte menschliche Begegnungen interessieren. Die moderne Geschichte Sudans ist eine komplexe und bewegte; noch heute – 46 Jahre nach der Unabhängigkeit – hat das Land kein Gleichgewicht erreicht und die politische Instabilität führt zu Problemen im tiefen Westen und Süden des Landes, allerdings weit weg von den Gebieten, die von unseren touristischen Aktivitäten interessiert sind. Entlang der Zentralachse Sudans, südlich von Khartum, fließt der Nil, bzw. die zwei Flüsse, die als Weißer und Blauer Nil bezeichnet werden. Nördlich von Khartum, nach dem Zusammenfluss beider Arme, wird der Nil von den Einwohnern “El Bahr”, also “Das Meer” genannt. In den nördlichen Regionen, wo unsere Reisen stattfinden, wird die gleichmäßige Ebene von den Felsformationen der Nilkatarakte unterbrochen. Genau inmitten dieser Felsformationen liegen wunderschöne Dörfer mit extrem netten und gastfreundlichen Einwohnern. Vier Katarakte befinden sich auf sudanesischem Territorium. Der vierte Katarakt, nördlich von Karima, ist jetzt überflutet durch den großen Stausee des Merowe-Damms.